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Wirklich rein werden (Matthäus 15,1-20)

작성자Stephan Choe|작성시간26.06.05|조회수13 목록 댓글 0

6. Juni 2026

Matthäus 15,1–20

Schlüsselverse 19–20: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis und Verleumdung. Das sind die Dinge, die einen Menschen unrein machen; aber mit ungewaschenen Händen zu essen, macht ihn nicht unrein.“

  

Hin und wieder waschen wir uns vor dem Essen die Hände. Heute möchte ich eine Geschichte über das Händewaschen erzählen.

 

Es gibt verschiedene Religionen auf der Welt. Jede Religion bietet eine andere Erklärung dafür, wie wir von unseren Fehlern und unserer Schuld befreit werden können. Trotz dieser Unterschiede lehren die meisten Religionen, dass Menschen Gott gefallen und das ewige Leben erlangen können, indem sie religiöse Regeln befolgen.

 

Die Pharisäer waren die vorherrschende religiöse Gruppe im Judentum. Sie wuschen sich vor dem Essen die Hände, weil sie glaubten, sich dadurch von der Sünde der Welt reinigen und Gott gefallen zu können. Als diese Pharisäer sahen, dass die Jünger Jesu sich nicht die Hände wuschen, kritisierten sie Jesus. Sie glaubten, dass unreine Menschen weder das ewige Leben haben noch in das Himmelreich eingehen könnten.

 

Wie können wir von Gott als reine Menschen anerkannt werden und das ewige Leben empfangen? Ich hoffe, dass wir heute eine klare Antwort auf diese Frage finden werden.

 

 

1. Rein und unrein (1–9)

 

Während Jesu Wirken in Israel gab es eine religiöse Gruppe, die als Pharisäer bekannt war. Diese Gruppe legte großen Wert auf die Einhaltung religiöser Vorschriften.

Zu jener Zeit wirkte Jesus in Galiläa. Pharisäer und Schriftgelehrte kamen aus Jerusalem und fragten ihn: „Warum übertreten deine Jünger die Überlieferungen der Ältesten?“

Sie kritisierten ihn, weil seine Jünger sich vor dem Essen nicht die Hände wuschen.

Kritisierten sie ihn aus hygienischen Gründen? Das wäre rücksichtsvoll von ihnen gewesen. Doch ihre Kritik hatte nichts mit Hygiene zu tun. Sie kritisierten ihn, weil seine Jünger die Regeln für die rituelle Waschung nicht befolgten. Denn die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten glaubten, dass nur diejenigen, die sich durch eine solche rituelle Waschung gereinigt hatten, von Gott gesegnet werden könnten. Deshalb wuschen sie sich vor jeder Mahlzeit die Hände.

 

Das Alte Testament enthält die Vorschrift, dass sich Priester vor ihrem Dienst im Tempel waschen müssen (2. Mose 30,17 ff.). Die Pharisäer weiteten diese Vorschrift auf alle Menschen aus. Es ist gewiss ein schöner Gedanke, dass das gesamte Leben eines Menschen einen Gottesdienst darstellt. Die Frage ist jedoch: Kann man wirklich von Sünde gereinigt werden, indem man sich die Hände wäscht?

Die Pharisäer und Schriftgelehrten beriefen sich auf die Überlieferung der Ältesten. Seit ihrer Rückkehr aus dem babylonischen Exil – also seit der Zeit Esras und Nehemias – hatten die Juden eine mündliche Überlieferung entwickelt. Der Brauch des Händewaschens war kurz vor der Zeit Jesu von den angesehenen Gesetzeslehrern Hillel[1] und Schammai[2] eingeführt worden, und die Pharisäer maßen dieser Tradition dieselbe Autorität bei wie dem Gesetz des Alten Testaments selbst.

Die Pharisäer vertraten die Ansicht: Wenn Jesus der Messias wäre, müsste er die Überlieferung der Ältesten ohne Fragen und ohne Ausnahme befolgen.

 

Wie antwortete Jesus ihnen? Jesus sagte zu ihnen: „Warum brecht ihr Gottes Gebot um eurer eigenen Überlieferungen willen? Denn Gott hat geboten: <Ehre Vater und Mutter; wer aber Vater oder Mutter verflucht, der soll des Todes sterben.>

Ihr aber lehrt: <<Wer zu seinem Vater oder seiner Mutter, die in Not sind, sagt: <Es tut mir leid, dass ich euch finanziell nicht helfen kann, denn ich habe mein Vermögen durch ein Gelübde Gott geweiht> – der hat Gottes Gebot nicht verletzt.>>

Damit habt ihr Gottes Gebot um eurer Überlieferungen willen außer Kraft gesetzt“ (3–6).

 

Jesus entlarvte schonungslos die Perversion der pharisäischen Lehre. Die pharisäischen Rabbiner hatten tatsächlich genau jene Vorschriften erlassen, die Jesus hier beschreibt.

Um dies zu verstehen, betrachten wir das jüdische Gelübde, das als *Korban* bekannt ist.

Im vierten der Zehn Gebote sagte Gott: „Ehre deinen Vater und deine Mutter“ (2. Mose 20,12; 5. Mose 5,16). Mit diesem Gebot lehrt Gott, dass wir unsere Eltern ehren und – wenn nötig – auch finanziell unterstützen sollen.

Angenommen, jemand hat Eltern, die in Armut und Not leben. Die Eltern kommen und bitten ihren Sohn um Unterstützung, doch er will ihnen nicht helfen. Er kann sich seiner Pflicht entziehen, indem er „*Korban*“ sagt und sein gesamtes Vermögen formell Gott und dem Tempel weiht. Das jüdische Wort *Korban* bedeutet: „Es sei eine Gabe (für Gott).“ Durch die Verwendung dieses Wortes widmet er sein Vermögen Gott als Opfergabe. Dieses Vermögen geht jedoch erst nach seinem Tod in den Tempelschatz über. Solange er lebt, behält der Sohn also das Eigentum an seinem Reichtum und genießt weiterhin die daraus erwirtschafteten Erträge. Die *Korban*-Regel untersagt es ihm jedoch, auch nur einen Teil dieser Einkünfte seinen Eltern zukommen zu lassen.

Auf diese Weise kann der Sohn die *Korban*-Regel missbrauchen, um sich seiner Pflicht zur Unterstützung der Eltern zu entziehen. Die Regel ermöglichte es faktisch, eines der Zehn Gebote einfach zu missachten.

 

Jesus tadelte ihre Heuchelei mit den Worten: „Ihr Heuchler! Wie treffend hat Jesaja über euch geweissagt, als er sprach: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist fern von mir; vergeblich verehren sie mich, denn sie lehren Lehren, die nichts als Menschengebote sind.‘“

 

Dies wirft die Frage auf, ob das Gesetz des Alten Testaments für uns Christen heute noch Gültigkeit hat. Die Gesetze des Alten Testaments lassen sich grob in Zeremonialgesetze und Moralgesetze einteilen. Zu den Zeremonialgesetzen gehören beispielsweise Vorschriften über Opfer, Speisegebote und Ähnliches. Beispiele für Moralgesetze finden sich im zweiten Teil der Zehn Gebote: „Du sollst nicht stehlen“, „Du sollst nicht die Ehe brechen“ und so weiter.

 

Eine bedeutende Veränderung trat unter dem Neuen Bund durch den Opfertod Christi ein. Wir sind nicht mehr verpflichtet, Zeremonialgesetze zu befolgen – wie etwa Beschneidung, Opfervorschriften, Speisegebote oder Reinheitsvorschriften –, da diese „Zeremonialgesetze“ durch den Tod Christi am Kreuz ein für alle Mal erfüllt wurden. Das „Moralgesetz“ (zum Beispiel die „zweite Tafel“ der Zehn Gebote) bleibt jedoch der unveränderliche ethische Maßstab[3] für uns Christen. Zudem hilft uns der in uns wohnende Heilige Geist, das Sittengesetz besser zu erfüllen, als es zu alttestamentlichen Zeiten möglich war. Wir benötigen daher die Hilfe des Heiligen Geistes, um ein Leben zu führen, das Gott gefällt. Um die Hilfe des Heiligen Geistes intensiver zu erfahren, sollten wir die Bibel lesen, beten und die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen pflegen.

 

Jesus tadelt die Pharisäer und Schriftgelehrten: „Ihr Heuchler! Treffend hat Jesaja über euch geweissagt, als er sprach: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist fern von mir; vergeblich verehren sie mich, indem sie Menschengebote als Lehren weitergeben‘“ (7–9).

Hier lehrt uns Jesus, dass die göttlichen Sittengesetze des Alten Testaments nicht durch irgendeine andere Regel außer Kraft gesetzt werden dürfen.

 

Für die Pharisäer und Schriftgelehrten besteht Religion in der Einhaltung bestimmter äußerer Vorschriften, Satzungen und Zeremonien – etwa Regeln bezüglich ritueller Waschungen, des Fastens und Ähnlichem. Für Jesus hingegen besteht Religion darin, Gott zu lieben und zu ehren sowie Mitgefühl, Güte und Barmherzigkeit gegenüber anderen zu zeigen.

 

Was ist Gottesdienst? Viele Menschen glauben heute, Gottesdienst bedeute die Befolgung einer bestimmten Ordnung und Liturgie unter der Leitung eines Pastors oder Priesters. Jesus lehrt hingegen, dass ein Leben aus der Liebe zu Gott und zu den Menschen den wahren Gottesdienst ausmacht (vgl. Röm 12,1).

 

Natürlich meint Jesus damit nicht, dass wir keine Gottesdienste besuchen müssen. Vielmehr möchte Er, dass wir die wahre Bedeutung des Gottesdienstes verstehen und ihn richtig praktizieren.

Gottesdienst bedeutet „Gott dienen“.

Wir sollten uns täglich fragen, ob wir Gott wirklich dienen – indem wir Ihn von ganzem Herzen lieben und unsere Mitmenschen wie uns selbst. Wir sollten uns diese Frage immer wieder stellen. Wenn wir Gott auf diese Weise dienen, verehren wir Ihn wahrhaftig.

 

 

2. Was uns wirklich unrein macht (10-20)

 

Jesus ruft das Volk zu sich und spricht zu ihnen: „Höret zu und begreift’s: Nicht das, was man isst, macht ihn unrein, sondern das, was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein“ (10-11).

Jesus erklärt seinen Jüngern: „Alles, was ein Mensch isst, in seinen Bauch kommt und danach in die Grube ausgeleert wird, macht ihn nicht unrein… Aber was aus seinem Mund kommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung usw. Das macht den Menschen unrein, aber mit ungewaschenen Händen essen – das macht Menschen nicht unrein“ (17-20).

 

Jesus sagt, dass es nicht auf die Einhaltung eines religiösen Rituals ankommt, sondern auf das Herz der Menschen. Mit diesen Worten verurteilt Jesus nicht nur die Satzungen der Schriftgelehrten, sondern hebt alle Speisevorschriften des Alten Testaments auf.

Kein Wunder, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten entsetzt sind, als wäre ihnen der Boden unter den Füßen plötzlich weggezogen. Jesu Aussage hier ist revolutionär.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten haben gelehrt, dass Menschen durch Einhalten der Satzungen und Vorschriften Gott gefallen würden. Aber Jesus erklärt, dass der wahre Gottesdienst darin besteht, dass wir mit reinem Herzen Gott und Menschen lieben. Pharisäer sind blinde Führer, die andere Menschen in die Grube führen.

 

Eine Religion mit äußeren Vorschriften wie Pharisäertum ist oberflächlich. Es ist wesentlich einfacher, bestimmte Speisen nicht zu essen und Hände zeremoniell zu waschen, als nichtliebenswürdige Menschen zu lieben oder den Bedürftigen auf unserer Zeit, Bequemlichkeit und Kosten zu helfen.

Kirchgang, Opferbringen, Teilnahme am Bibelkreis sind alles Äußerlichkeiten oder Hilfsmittel, die uns zum Glauben führen sollen. Aber sie sind nicht der Glaube selbst. Wenn der Glaube an solchen Äußerlichkeiten gemessen wird, führt es uns irre. Es gibt Menschen, die regelmäßig Gottesdienst besuchen, am Bibelstudium teilnehmen und äußerlich ein untadeliges Glaubensleben führen, in deren Herzen jedoch bittere und böse Gedanken herrschen.

Jesus sagt, dass unser Stolz, unsere Bitterkeit und böse Gedanken uns wirklich unrein machen. Gott sieht unsere Herzen an. Darum sollen wir uns von solchen Dingen reinigen lassen.

 

Jesus lehrt uns, dass es auf das Herz des Menschen ankommt, denn er hat bei der Bergpredigt gesagt: „Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen“ (Mt. 5,8). Gott sieht nicht nur unser Tun. Er sieht vor allem unser Herz an. Die Menschen können nur Taten anderer sehen oder ihre Worte hören. Aber Gott sieht auch unsere Herzen an. Darum kennt Gott unsere Absichten und unsere Wünsche. Darum sollen wir unser Herz von falschen Motiven und Wünschen immer wieder reinigen lassen. Wenn wir reines Herz haben, können wir für Gott und andere Menschen Gutes tun.

 

Wir müssen aber gestehen, dass wir trotz solcher Mühe immer noch Sünder sind. Denn es ist uns unmöglich, unsere Herzen vollkommen von solchen egoistischen oder sündigen Gedanken zu reinigen. Oft stehen wir vor einer unübersteigbaren Mauer. Wir müssen schließlich bekennen, dass wir Sünder sind. Wer kann uns von unserer Falschheit und Sünde befreien? Gott sei Dank, dass er Jesus Christus für unsere Schuld geopfert hat, sodass Christus alle unsere Schuld  auf sich nahm und am Kreuz gestorben ist.

 

Jesus Christus vergoss am Kreuz sein Blut und starb. So empfing er die göttliche Strafe für unsere Schuld. Damit hat Jesus das Zeremonialgesetz im AT ein für alle Mal erfüllt. Deswegen brauchen wir kein Tieropfer mehr.

Durch den Tod Christi ist unsere Sünde ein für alle Mal getilgt, und unserer Rettung von der Verdammnis zur Hölle ist sicher. Christus hat uns wirklich erlöst. Welch eine erlösende Nachricht ist Jesu Blutvergießen und sein Opfertod!

 

Wir brauchen uns nicht mehr zu fürchten. Vielmehr sollen wir Gott danken und aus dankbarem Herzen Gott und andere Menschen lieben. Wir sollen nie vergessen, dass Gott uns durch das Blut Jesu gereinigt und uns als seine Kinder angenommen hat. Wir sollen ihm dafür danken und anderen ihre Schuld vergeben.

 


[1] um 110 v. Chr.- um 9 n. Chr.

[2] Mitte 1. Jh. v. Chr. - um 30 n. Chr.

[3] www.die-voegte.de/zehnter.html

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