10.7.2025
Leitverse 30-31: „und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften. Das andere ist dies: Du sollst deinen Nächten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot größer als diese.“
In der Bibel finden wir verschiedene Gebote, z. B. die Zehn Gebote und noch andere.
Um den Geboten Gottes besser einzuhalten, brauchen wir den Geist des Gebotes richtig zu verstehen.
Die Geschichte in diesem Abschnitt beginnt damit, dass ein Schriftgelehrter Jesus fragte, welches das höchste Gebot ist.
Wir Christen brauchen wissen, welches das höchste Gebot Gottes ist, damit wir ein seliges Glaubensleben führen können.
Einer der Schriftgelehrten sah, dass Jesus bei der Diskussion über die Auferstehung den Sadduzäern den Mund gestopft hatte, fragte Jesus: „Welches ist das höchste Gebot von allen?“
Ein Schriftgelehrter beschäftigte sich mit Texten und deren Interpretation.
Es taucht in der Bibel auch den Begriff „Rabbi“ oder „Rabbiner“ auf.
Ein Rabbiner ist ein jüdischer Gelehrter und religiöses Oberhaupt einer Gemeinde, der die Tora (die fünf Bücher Mose) und den Talmud lehrt und auslegt. Sie sind Lehrer und Interpreten des jüdischen Gesetzes.
Die Begriffe „Rabbiner“ und „Schriftgelehrter“ sind nicht völlig deckungsgleich.
Es gibt im AT zahlreiche Gebote, z. B. die Zehn Gebote und noch andere. Man zählte im AT 613 Gebote.
Der Schriftgelehrte fragte nun Jesus: Welches Gebot ist „das höchste“, das wichtigste Gebot?
Als ich an der Uni Dortmund studierte, fragte ich in der Mensa einen Studenten: „Was ist das höchste Gebot in der Bibel? Da antwortete er: „Das Zehn Gebote!“
Was antwortete Jesus auf diese Frage?
Jesus hat die Antwort des Schriftgelehrten ohne Wenn und Aber gegeben:
„Das höchste Gebot ist das: <Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und von ganzer Seele und von ganzem Verstand und von ganzer Kraft> (5. Mose 6,4-5). Das andere ist dies: <Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.>“ (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.“ (Verse 29-31).
Jesus lehrt uns, dass wir Gott von ganzem Herzen lieben und unseren Nächsten wie uns selbst lieben sollen.
Lasst uns zunächst erfahren wie wir Gott lieben sollen.
Jesus sagte in Vers 37: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“
Warum sollen wir Gott so lieben?
Es gibt zwei wichtige Gründe dafür:
Der erste Grund dafür ist, weil Gott unser Schöpfer und unser Herr ist.
Genesis Kapitel 1 berichtet, dass Gott uns sehr gut und schön geschaffen hat und uns gesegnet hat.
Er ist von Ewigkeit schon da und wird in Ewigkeit da sein. In 5. Mose 6,4 sagte Gott zu uns: „Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein.“
Es ist der Schöpfer aller Dinge. Er hat aus dem Nichts Himmel und Erde geschaffen. Er hat alles in der Welt geschaffen. Er hat jeden von uns ganz persönlich geschaffen. Er hat uns sehr schön geschaffen.
Weil Gott allein unser Schöpfer und unser Herr ist, sollen wir ihm danken und ihn lieben. Unsere Dankbarkeit können wir durch unsere Liebe zu ihm am besten ausdrücken.
Unser Gott ist auch unser Herr. Er ist der Eigentümer unseres Lebens und leitet unser Leben nach seinem besten Willen. Und seine Leitung ist vollkommen gut.
Unser Gott ist auch deshalb unser Herr, weil er uns durch den Opfertod Christi erkauft hat. Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz uns von der Sündenlast befreit und uns das ewige Leben und das Himmelreich geschenkt.
Also ist Gott unser Herr in doppelter Hinsicht: Er hat uns erschaffen und hat uns durch den Opfertod Christi von der Sünden- und der Todesmacht erlöst. Darum ist er unser Schöpfer und unser Herr.
Der zweite Grund dafür, dass wir Gott lieben, besteht darin, weil Gott uns zuerst geliebt hat und uns sehr liebt.
Als wir fern von Gott in der Schatten des Todes waren, liebte Gott uns zuerst und uns von der Finsternis und der Todesmacht errettet. Als wir noch Ungläubige waren, liebte er uns, trug uns mit aller Geduld und half uns, sodass wir endlich an ihn glauben konnten. Und Gott liebt uns unverändert weiter und kümmert sich um uns. Deswegen steht es in Joh. 3,15: „Denn also hat Gott die Welt, d. h. uns alle, geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
So hat Gott uns mit aller Geduld getragen und geliebt, sodass wir endlich seine Liebe annehmen und durch Jesus Christus an ihn glauben konnten. Gottes Liebe ist wunderbar. Gott hat uns all unsere Schuld vergeben und uns als seine Kinder und himmlische Prinzen und Prinzessinnen angenommen. Er hat uns das ewige Leben und sein Reich geschenkt.
Darum ist es recht, dass wir Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen Kräften.
Ich erkläre, wie Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von aller Kräften lieben aussieht.
„Gott lieben“ bedeutet als Erstes, dass wir Gottes Gnade der Rettung annehmen.
Wir können Gott automatisch lieben, wenn wir Gottes Liebe zu uns annehmen und dafür dankbar sind. Wenn jemand bei einem Überfall der Mörder durch einen Menschen gerettet ist, wird der Gerettete dem Retter automatisch sehr dankbar.
Gott hat uns durch Jesus Christus von dem Überfall des Satans errettet, sodass wir dem ewigen Tod und der Hölle entkommen konnten. Können wir dafür nicht dankbar sein? Doch! Wir werden dafür sehr dankbar sein.
Als Zweites bedeutet „Gott lieben“, Gottes Wort gerne zu hören und gerne mit ihm sprechen und beten.
Unsere Dankbarkeit für Gottes Liebe können wir dadurch gut pflegen, indem wir auf seine
Wort gut zuhören, mit ihm sprechen und beten.
Dieser Punkt nennt unsere rechte Haltung gegenüber Jesus, unseren Retter. Wenn wir von der Todesmacht errettet sind, werden wir dankbar dafür. Leider könnten wir nach einer Zeit diese Dankbarkeit vergessen. Um diese Dankbarkeit frisch zu halten, brauchen wir immer wieder auf seine Worte hören, mit ihm sprechen und beten. So erfahren wir, dass Gott uns stets liebt und sich um uns kümmert. Das kann man auch durch die Ehebeziehung zwischen Mann und Frau erklären. Wenn ein Mann seine Frau liebt, möchte er gerne mit seiner Frau Gemeinschaft haben. Wenn ein Mann sagt, dass er seine Frau liebe und kaum Zeit nimmt mit ihr Gemeinschaft zu haben, kann seine Liebe erkaltet werden. Darum sollen wir mit Gott stets Gemeinschaft haben, indem wir auf seine Stimme hören und zu ihm sprechen. So sollen wir täglich in der Bibel lesen, auf seine Stimme hören und mit ihm sprechen und beten.
Als Drittes bedeutet „Gott lieben“, Gott zu vertrauen und an sein Wort zu glauben.
Die Liebe ist etwas geheimnisvoll. Wenn einer einen andern liebt, vertraut er ihm. So ist es bei den Gläubigen. Wenn wir Gottes Liebe empfangen und Gott lieben, vertrauen wir Gott und glauben an sein Wort. Wegen unseres Vertrauens haben wir tiefen Frieden im Herzen. Und wir können verschiedene Schwierigkeiten überwinden und siegen. Und unser Vertrauen und unser Glaube schenken uns den Sieg des Lebens.
Als Viertes bedeutet „Gott lieben“, Gott bzw. seinem Wort und seinem Willen zu gehorchen.
Wer an Gott und seine Liebe glaubt, wird dankbar und will ihm gerne gehorchen. Wer aber an Gottes Liebe nicht glaubt, hat Schwierigkeiten, Gott zu gehorchen.
Jesus Christus ist ein gutes Beispiel dafür, dass er, weil er an Gottes Liebe zu ihm glaubte, Gott gehorchte. Er gehorchte Gottes Willen sogar und starb am Kreuz (Joh. 10,17.18).
Als Fünftes bedeutet „Gott lieben“, Gott zu danken und ihn preisen.
Wenn wir Gott lieben, werden wir ihm sehr dankbar, sodass wir ihn preisen und seine Gnade und seine Wohltaten weitersagen. Unser Leben ist voller Dankbarkeit und wir wollen seine Wohltaten weitersagen. So werden wir gute Zeugen Gottes. Und durch uns werden Gottes Wohltaten verbreitet.
Wie sollen wir Gott lieben?
Jesus hat zu uns gesagt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften.“ (30).
Wir sollen Gott von ganzem Herzen lieben. Das Herz ist der Sitz des Gefühls, der Gedanken und des Willens. Wir sollen also unser ganzes Gefühls-, Dank- und Willensvermögen dafür einsetzen, um Gott zu lieben.
Jeder Mensch hat ein Gefühlsvermögen. Man soll sein Gefühlsvermögen nicht negativ gebrauchen, wie zu Beispiel mit der schlechten Laune Gott und andere Menschen traurig macht. Wir sollen unser Gefühlsvermögen positiv gebrauchen, indem wir Gott loben und andere Menschen ermutigen.
Die Seele ist der Sitz des Heiligen Geistes. Wir sollen unsere geistlichen Kräfte voll dazu einsetzen, Gott zu danken und anderen das Evangelium glaubwürdig weiterzusagen.
In der Lutherbibel steht es, dass wir Gott „von ganzem Gemüt“ lieben sollen. In anderen Bibelübersetzungen steht anstelle des Wortes „Gemüt“ „Verstand“ (Elberfelder Übersetzung) oder „Gedanken“ (Einheitsübersetzung). „Gott von ganzem Gemüt lieben“ bedeutet also „Gott mit allem Denk- und Verstandesvermögen lieben.“
Wir können nun sagen, dass wir Gott mit ungeteiltem Herzen und mit ganzem Gefühlsvermögen, aller Willenskraft und Tatkraft lieben sollen.
Wenn wir Gott von ganzem Herzen lieben und dabei es vergessen würden, unsere Nächste zu lieben, werden wir in die Irre fallen. Darum vergaß Jesus nicht, uns zu lehren, dass wir unsere Nächsten wie uns selbst lieben sollen.
So sagte Jesus: „Das andere ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot größer als diese.“ (31).
Gott von ganzem Herzen lieben und seinen Nächsten wie sich selbst lieben – diese beiden Gebote sollen stets Hand in Hand gehen.
Man soll Gott von ganzem Herzen lieben und seinen Nächsten wie sich selbst lieben. Das ist die Zusammenfassung aller Gebote Gottes. Diese sind richtige Maßstäbe der Christen. Wir sollen uns stets an diesen beiden Geboten orientieren. So können wir als Salz der Erde und Licht der Welt wirken und Gott wird durch uns verherrlicht und unsere Nächsten werden gesegnet werden.